Aktuelles 28. Juli 2020

Insbesondere für Zahnmediziner stellt eine Hepatitis-Erkrankung ein berufsbedingtes Infektionsrisiko dar. Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags 2020, möchten wir näher auf das Thema eingehen, aufklären und sensibilisieren.

Hepatitis: Gefährlich für die Behandlung?

Welt-Hepatitis-Tag 2020

Wir nehmen den heutigen Welt-Hepatitis-Tag 2020 zum Anlass, um über die Risiken einer Hepatitis-Ansteckung während der zahnmedizinischen Behandlung aufzuklären. Durch die Nähe zu Ihren Patienten und dem direkten Kontakt zu Körperflüssigkeiten wie Blut und Speichel gilt für Zahnärzte natürlich ein erhöhtes berufsbedingtes Infektionsrisiko. Was es rund um die Erkrankung und ihre Übertragungswege zu wissen gibt und wie Sie einen Hepatitis-Patienten optimal behandeln können, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag. 

Videobeitrag zum Welt-Hepatitis-Tag 2020

Die Zusammenfassung auf einen Blick

Schauen Sie sich unser Informationsvideo zum Blogbeitrag an. Alle Fakten sind hier praktisch in einem Video aufbereitet. 

Hepatitis A, B und C

Die Hepatitis-Arten und ihre Unterschiede

Hepatitis A: Hepatitis A ist eine nicht-chronische Infektionskrankheit. Sie äußert sich zumeist in Form einer akuten Entzündung der Leber. Bei einem unkomplizierten Verlauf heilt die Infektion oft vollständig und ohne bleibende Schäden an der Leber aus. Infektionswege sind im Regelfall verschmutztes Trinkwasser und kontaminierte Lebensmittel. Auch Schmierinfektionen sind nachgewiesen. Einer Infektion mit Hepatitis A kann durch eine prophylaktische Impfung vorgebeugt werden. 

 

Hepatitis B: Die Infektionskrankheit wird durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht und verläuft in den meisten Fällen akut, doch auch chronische Fälle sind bekannt. Weltweit kann das Virus bei 325 Millionen Menschen dauerhaft im Blut nachgewiesen werden. Besonders gefährlich ist hierbei, dass diese Menschen dadurch ständig als Infektionsquelle fungieren können. Die Symptome einer Hepatitis B-Infektion äußern sich in den meisten Fällen als Leberentzündung, die in einigen Fällen zu einer Leberzirrhose sowie Leberkarzinomen führen kann. Umso wichtiger ist eine vorbeugende Impfung, insbesondere für medizinische Berufe. Dies wird auch ausdrücklich durch die BZÄK empfohlen

 

Hepatitis C: Diese Form von Hepatitis wird durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) ausgelöst und verläuft in bis zu 80% aller Fälle chronisch. Daher gilt Sie als die aggressivste Form der Hepatitis-Infektionen. In ihrem Verlauf kann die Erkrankungen zu schweren bleibenden Schädigungen der Leber, Leberzirrhosen und Leberkarzinomen führen. Übertragungswege erfolgen zumeist über das Blut. Bisher existiert keine Impfung gegen das Virus. 

Hepatitis-Infektion: Erhöhtes Risiko in der Zahnarztpraxis?
Die Bedeutung von Hepatitis in der Zahnmedizin

Warum Aufklärung so wichtig ist

In fast keinem medizinischen Beruf kommt der Behandler seinem Patienten so nahe wie in der Zahnmedizin. Im Zusammenhang mit Hepatitis erhöht diese Nähe und insbesondere der Kontakt mit Speichel und Blut das Infektionsrisiko um ein Vielfaches. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Durchseuchungsrate der weltweiten Bevölkerung ist eine Hepatitis-Infektion während der Behandlung ein ernstzunehmendes Risiko für Sie und Ihr Team. Bei der Behandlung empfehlen die Experten der BZÄK Folgendes: 

Gibt es Besonderheiten bei der Behandlung?

Was gilt es bei Hepatitis-Patienten zu beachten?

Die Experten der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) geben bei der Behandlung von Hepatitis-Patienten Entwarnung. In ihrer Broschüre zu diesem Thema verweisen sie auf die Standardhygienevorkehrungen und raten explizit von zusätzlichen Maßnahmen ab, da diese als „diskriminierend empfunden werden können". Mehr Informationen aus erster Hand finden Sie in der Broschüre der BZÄK zu diesem Thema.

  • Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung aus Einmalhandschuhen, Mund-Nasen-Schutz, Schutzbrille/Schutzschild und ggf. Schutzkittel, wenn die Gefahr des Verspritzens von Flüssigkeiten besteht
  • Sachgerechte Reinigung, Desinfektion und ggf. Sterilisation aller bei der Behandlung benutzten Medizinprodukte (Instrumente) gemäß ihrer Einstufung in Risikoklassen (RKI-Empfehlung, Hygieneplan)
  • Desinfektion der patientennahen Flächen nach der Behandlung
  • Sicherer Abwurf von gebrauchten Spritzen und Skalpellen
  • Entsorgung kontaminierter Abfälle wie z.B. Tupfer, OP-Abdeckungen, Watterollen o.Ä. über den Hausmüll

*Die genannten Maßnahmen wurden selbstverständlich aufgrund der aktuellen Corona-Krise ohnehin noch einmal verschärft.

  • Behandlung nur am Ende der Sprechzeit oder des Sprechtages
  • Behandlung in einem eigenen Behandlungsraum
  • Tragen von zwei Paar Handschuhen bei Routineeingriffen
  • Desinfektion aller Flächen im Behandlungs- oder Wartezimmer einschließlich des Fußbodens mit anschließendem Betretungsverbot
  • Gesonderte Aufbereitung der verwendeten Instrumente.
Besondere Anforderungen an Ihr Hygienekonzept

Hygiene gerade jetzt wichtig

Auch abseits von Hepatitis-Infektionen steht Ihr Hygienekonzept momentan auf der Probe. Hierzu bieten wir in einem regelmäßigen Turnus kostenlose Online-Seminare zum Thema Hygiene mit Fortbildungspunkten für Zahnmediziner und ihre Praxisteams an. Die beiden letzten Online-Seminare zum Thema „Hygiene in der Zahnarztpraxis" und „Personalhygiene und Schutzausrüstung" waren ein voller Erfolg. Die nächsten Termine werden über unseren Newsletter bekanntgegeben. Eine Anmeldung lohnt sich also!

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