Aktuelles 21. Oktober 2020
Achtung bei Sprachassistenten

Auch für versteckte Datenschutzverstöße haftet der Zahnarzt

Die Entscheidung war von den Experten erwartet worden: Die Übertragung personenbezogener Daten in die USA oder andere Drittländer ist meist unzulässig. Das stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) mit dem Urteil vom 16. Juli 2020 fest. Dies hat starke Auswirkungen auf eine Vielzahl zahnmedizinischer Praxen. Insbesondere Praxen mit cloudbasierten Lösungen sollten dringend ihre Systeme und Verträge prüfen. Denn die Übertragung der Daten in die USA bedeutet eine massive Datenschutzverletzung und wird entsprechend geahndet.

Cloud-Software für Zahnärzte

Im Zweifel hilft ein Blick in die Nutzungsbedingungen. Besonders riskant: Es handelt sich auch um einen Verstoß, wenn die Daten durch ein Partner- oder Tochterunternehmen des eigentlichen Anbieters in die USA gelangen. Das geschieht besonders häufig, wenn diese Unternehmen als Technologielieferant bei der Bereitstellung des Dienstes mitwirken, aber nicht öffentlich sichtbar sind.

 

Einige Anbieter werben mit europäischen Servern. Hier gilt es ebenfalls, in den Bedingungen genau nachzusehen. Gibt der Anbieter mit Standort in Europa beispielsweise Daten an einen internationalen Mutterkonzern weiter, handelt es sich ebenfalls um einen Verstoß. Werden diese Konstrukte in den Nutzungsbedingungen entdeckt, ist ein sofortiger Stopp der Nutzung angeraten. Möglicherweise kann bereits die Pflicht zur Selbstmeldung an die Behörden geboten sein.

Eine Innovation der letzten Zeit steht aktuell besonders im Fokus: Der Einsatz von Sprachassistenten in der Zahnarztpraxis. Sie sind zur kontaktlosen Dateneingabe beispielsweise bei der Befundung besonders praktisch. Allerdings sind diese Systeme technisch komplex. Aus diesem Grund setzen Anbieter von Zahnarztinformationssystemen bisweilen auf integrierte Lösungen von Amazon (Alexa), Apple (Siri) und Google (Google Assistant). Diese Unternehmen befinden sich aber allesamt in den USA. Das bedeutet ein sehr hohes Risiko, dass Daten dorthin abfließen. Insbesondere von Amazon ist bekannt, dass sie Spracheingaben auch von Mitarbeitern mithören lassen – offiziell, um die Qualität der Spracherkennung zu verbessern.

 

„Für uns ist eine Zusammenarbeit mit diesen globalen Konzernen in dieser Form undenkbar", erklärt Sabine Zude und ergänzt: „Wir setzen die Sicherheit der Patientendaten nicht aufs Spiel. Datensicherheit, -verschlüsselung und -verarbeitung innerhalb einer Software aus dem Hause CGM Dentalsysteme hat immer oberste Priorität. Selbst wenn eine Funktion, die sich zahlreiche Kunden wünschen, möglicherweise eine etwas intensivere Entwicklungszeit benötigt."

Die Aussage ist klar: Gründlichkeit vor Schnelligkeit.

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